Warum lassen so viele Rennfahrer beim Bremsen ein Bein baumeln, und was bringt das? Psychologie? Gewichtsverlagerung? Luftwiderstand?

Der Legende nach macht es dich unsterblich und schnell genug, um in der Kurve der Schnellste zu sein. Kleiner Scherz. Schauen wir genauer hin.
Motorräder und Reifen werden immer besser. Also suchen die Fahrer ständig nach Wegen, mehr aus ihnen herauszuholen. Das Bremsen mit baumelndem Bein ist ein gutes Beispiel dafür. Die Technik ist inzwischen so weit, dass die Kräfte bei maximaler Verzögerung so groß sind, dass Fahrern der Fuß oft von selbst von der Raste rutscht. Valentino Rossi hat herausgefunden, wie sich dieser Nachteil in einen Vorteil drehen lässt. Es dauerte nicht lange, bis andere Fahrer den Stil kopiert haben.

2. Du wirst in der Körpermitte stabiler. Du sitzt gefühlt fester und stärker auf dem Bike. Du kannst die äußere Raste stärker belasten. Das fühlt sich deutlich angenehmer an. Dazu kannst du die Innenseite des äußeren Oberschenkels besser am Tank abstützen.
3. Und nicht zuletzt geht es um Aerodynamik. Beim Bremsen willst du möglichst viel Luftwiderstand, wie bei einem Bremsschirm. Der Oberkörper kommt über die Scheibe. Das ausgestreckte Bein erhöht den Luftwiderstand zusätzlich. Die Luft, die über deinen Körper strömt, nimmt dir etwas von der Last, die du sonst in den Armen halten musst. Das ausgestreckte Bein vergrößert die aerodynamische Öffnung genau an der richtigen Stelle - unten und innen. Ein bisschen wie ein Luftanker.
